Das Projekt und die Metropole Ruhr

Die großen Schulleistungsvergleichsstudien wie PISA & IGLU haben gezeigt, dass der Standort einer Schule den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern stark beeinflusst. Auch in Lernstandserhebungen wie VERA 3 oder Lernstand 8 wurde deutlich, dass Lernende in Schulen in sozial belasteten Quartieren in der Regel schlechtere Lernergebnisse erzielen als Schülerinnen und Schüler in Schulen bevorzugter Lage. Jedoch finden sich auch zahlreiche Schulen, die die Potenziale ihrer Schülerschaft, trotz schwieriger sozialer Lage, besonders gut ausschöpfen können. Hier scheint vor allem die pädagogische Qualität der Einzelschule von großer Bedeutung zu sein.

Schulen stehen vor der großen Herausforderung, Schülerinnen und Schülern mit ungleichen sozioökonomischen Voraussetzungen, möglichst gleiche Bildungschancen zu eröffnen. Um dies zu erreichen, muss es insbesondere Schulen in herausforderndem Umfeld gelingen, ihre Schul- und Unterrichtsqualität weiterzuentwickeln. So zeigen Studien, dass es solchen Schulen, die besonders viel in ihre pädagogische und organisatorische Qualität investieren, am besten gelingt, alle Schülerinnen und Schüler – gleich welcher Herkunft – zu fördern. Folglich können Schulen, die sich auf den Weg machen, Schulentwicklungsprozesse in Gang zu bringen, vieles für sich und ihre Schülerschaft erreichen. Oftmals bedarf es jedoch Impulse von außen, um den Blick auf individuelle Herausforderungen und Potenziale zu lenken und diese zielführend zu bearbeiten. Dabei wollen wir, das Projektteam von Potenziale entwickeln – Schulen stärken Schulen unterstützen!

Die Metropole Ruhr: Potenziale und Herausforderungen

Die Ruhrmetropole ist eine spannende Region mit einem sehr reichen Kulturangebot, einer dichten Schul- und Hochschullandschaft sowie einer vielfältig zusammengesetzten Bevölkerung. Vielfältig sind zugleich die Herausforderungen, denen sich die Kommunen und das Land Nordrhein-Westfalen stellen müssen. Beispielweise verzeichnet der Armutsbericht 2014 für die Region Ruhr einen Anstieg der Armutsquote von knapp 16 Prozent im Jahr 2006 auf über 19 Prozent im Jahr 2012. Auch fallen in der Ruhrregion die Anteile an Personen mit Migrationshintergrund, SGB II-Empfängern und Arbeitslosen deutlich höher aus als in den restlichen Kommunen Nordrhein-Westfalens. Diese Rahmenbedingungen bringen auch Herausforderungen für die Bildungslandschaft der Region Ruhr mit sich. Der Bildungsbericht Ruhr 2012 macht zum Beispiel auf sprachliche Förderbedarfe der Kinder und Jugendliche aufmerksam, aber auch auf stärkere Möglichkeiten der Vernetzung einzelner Bildungsangebote und -initiativen.

Für die Schulen der Region ergeben sich somit besondere pädagogische Aufgaben. Dabei gilt einmal mehr der hohe pädagogische Anspruch:

Bildungspotenziale müssen entwickelt werden!